Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, wo der devonische Hunsrückschiefer unter quartären Kiesen und Sanden ansteht, ist jede tiefe Baugrube eine geotechnische Herausforderung. Die wechselhafte Stratigraphie – vom anstehenden Fels im Süden der Stadt bis zu mächtigen fluviatilen Sedimenten im Neuwieder Becken – verlangt eine präzise geotechnische Bemessung tiefer Baugruben, die lokale Erfahrung mit normativer Strenge verbindet. Gerade im Stadtgebiet um die Altstadt, wo der Grundwasserspiegel oft nur wenige Meter unter GOK ansteht, entscheidet die richtige Wahl zwischen rückverankerter Bohrpfahlwand und einer überschnittenen Schlitzwand über den Projekterfolg. Unser Team greift dabei auf umfangreiche Daten aus jahrzehntelanger Baugrunderkundung im Koblenzer Raum zurück, ergänzt durch aktuelle CPT-Versuche zur präzisen Schichttrennung in den Rheinterrassen.
Im Koblenzer Schiefergebirge entscheidet nicht die Festigkeit des Felses über die Machbarkeit, sondern die Klüftigkeit und der Bergwasserdruck.
Technische Details zur Leistung in Koblenz

Kritische Bodenfaktoren in Koblenz
Auf der Baustelle beginnt die Sicherheit mit dem Bohrgerät für die Verbauträger. Im Koblenzer Raum setzen wir bei beengten Verhältnissen auf kompakte Drehbohrgeräte mit Kellystange und Doppelkopfsystem, die den Schieferfels durchörtern können, ohne unzulässige Erschütterungen in die Nachbarbebauung einzutragen. Die größte Gefahr bei der Ausführung tiefer Baugruben ist nicht das Versagen eines einzelnen Bauteils, sondern eine unerkannte hydraulische Grundbruchgefahr in den Schlufflinsen der Rheinschotter. Deshalb wird jede Ausführungszeichnung durch einen detaillierten Verpressplan für die Anker ergänzt – mit Nachverpressschritten, die auf die lokale Durchlässigkeit abgestimmt sind. Bei Wasserzutritt im Schiefergebirge kann der Kluftwasserdruck den Verbau schlagartig belasten; unsere geotechnische Bemessung tiefer Baugruben legt daher ein redundantes Dränagesystem hinter der Verbauwand aus, das auch bei Verockerung funktionsfähig bleibt.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum deckt alle Phasen ab – von der ersten Baugrunderkundung bis zur Bauüberwachung. Wir begleiten Projekte im Herzen von Koblenz, die eine enge Abstimmung mit dem UNESCO-Welterbe-Management erfordern.
Standsicherheitsnachweise für Baugruben
Nachweise nach EC7 und DIN 1054 für alle Versagensmechanismen: Erdauflager, Abheben, hydraulischer Grundbruch und Geländebruch. Für Koblenzer Untergrundverhältnisse mit geschichtetem Fels und gespanntem Grundwasser legen wir besonderen Wert auf die räumliche Modellierung der Sohldränage.
Rückverankerte Bohrpfahlwände und Trägerbohlwände
Statische Bemessung und Ausführungsplanung für verankerte Verbausysteme. Im innerstädtischen Bereich von Koblenz planen wir temporäre und permanente Anker mit Nachverpressung, abgestimmt auf die geringe Überdeckung unter bestehenden Gebäuden und die Ankerkrafteintragung in den anstehenden Schieferfels.
Numerische Simulation mit der Finite-Elemente-Methode
2D- und 3D-FEM-Berechnungen zur wirklichkeitsnahen Prognose von Verformungen und Schnittgrößen. Einsatz des Hardening-Soil-Modells zur Erfassung der spannungsabhängigen Steifigkeit der quartären Kiese und tertiären Tone, mit expliziter Modellierung der Bauphasen und der Grundwasserabsenkung.
Häufig gestellte Fragen
Welche geotechnischen Risiken sind typisch für tiefe Baugruben im Stadtgebiet von Koblenz?
Im Koblenzer Becken dominieren zwei Risiken: der hydraulische Grundbruch in den Rheinschottern aufgrund des hohen, vom Rheinpegel beeinflussten Grundwasserstands, und Setzungen an der angrenzenden Bebauung durch die Entspannung des devonischen Schieferfels. Eine sorgfältige geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Koblenz muss zwingend die Durchlässigkeitsanisotropie der fluviatilen Sedimente und die Klufteigenschaften des Felsuntergrunds berücksichtigen.
Mit welchen Kosten muss ich für die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube in Koblenz rechnen?
Das Honorar für die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben richtet sich nach der Komplexität und der Anzahl der Bauphasen. Für ein Projekt in Koblenz bewegt sich der Aufwand für Standsicherheitsnachweise, Ausführungsplanung und FEM-Simulation typischerweise in einem Rahmen von €1.750 für eine einfache Trägerbohlwand bis hin zu €7.890 für komplexe, mehrfach rückverankerte Systeme mit Grundwassermodellierung.
Welche Normen sind für die Bemessung einer Baugrube in Deutschland maßgebend?
Die Bemessung erfolgt nach dem in Deutschland bauaufsichtlich eingeführten Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03) in Verbindung mit der nationalen Anwendungsnorm DIN 1054:2010-12. Für die Ausführung von Schlitzwänden gilt die DIN 4126, für Ankerarbeiten die DIN EN 1537. Die Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) stellen den anerkannten Stand der Technik dar und sind in der Regel vertraglich vereinbart.
Wie lange dauert die Bearbeitung einer geotechnischen Bemessung?
Die Bearbeitungsdauer ist abhängig vom Projektumfang und der Verfügbarkeit der Baugrunddaten. Für eine typische innerstädtische Baugrube in Koblenz mit einem verankerten Verbau rechnen Sie nach Vorlage aller Aufschlussergebnisse mit circa drei bis vier Wochen für die statische Berechnung und die Erstellung der Ausführungspläne. Dringlichkeitsbearbeitungen sind nach Abstimmung kurzfristig möglich.