Wenn der Tiefenrüttler im Koblenzer Baugrund abgesenkt wird, spürt der Kranführer sofort, ob er auf den typischen Rheinschotter oder auf eine locker gelagerte Sandlinse trifft. Genau dieses Gespür für den lokalen Untergrund braucht man bei der Bemessung der Rütteldruckverdichtung hier am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Die quartären Terrassenkiese, die weite Teile des Stadtgebiets prägen, zeigen oft eine erstaunlich ungleichmäßige Lagerungsdichte – selbst auf kleinem Baufeld wechseln mitteldichte und sehr lockere Bereiche. In unserer täglichen Praxis bedeutet das: ohne eine wirklich standortspezifische Verdichtungsbemessung, die die Kornverteilung und den Feinkornanteil der jeweiligen Schicht erfasst, läuft man Gefahr, entweder zu viel Energie einzutragen oder die geforderte Lagerungsdichte gar nicht zu erreichen. Gerade in den stadtnahen Entwicklungsgebieten entlang der B 9 und auf den Hochterrassen von Ehrenbreitstein, wo ehemalige Auenlehme unterlagert sind, lohnt sich der genaue Blick in die Korngrößenanalyse, bevor die Rütteltiefe und der Maschenabstand festgelegt werden.
Im Koblenzer Rheinschotter erreichen wir mit der Tiefenrüttlung regelmäßig Lagerungsdichten über Dpr = 75 %, sofern der Maschenabstand auf die lokale Kornverteilung abgestimmt wird.
Technische Details zur Leistung in Koblenz

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Kritische Bodenfaktoren in Koblenz
Ein leider häufiger Fehler in der Koblenzer Baupraxis ist die pauschale Übernahme von Verdichtungsrastern aus anderen Projekten ohne Anpassung an die lokale Kornabstufung. Wer einen Maschenabstand von 2,5 Metern aus einem Projekt in der Neuwieder Terrasse ungeprüft auf einen Standort in Lützel überträgt, wo der Untergrund von feinsandigen Zwischenlagen durchzogen ist, erzeugt oft ein unbrauchbares Verdichtungsergebnis. Die Konsequenzen zeigen sich erst spät: ungleichmäßige Setzungen unter der Bodenplatte, Risse in der Stahlbetonkonstruktion oder ein unerwartet hoher Nachverdichtungsaufwand bei der Abnahme. Noch kritischer wird es bei Tiefbaumaßnahmen nahe der historischen Altstadt, wo die Erschütterungsemissionen des Rüttlers auf die oft nur flach gegründete Nachbarbebauung einwirken. Ohne ein messtechnisch begleitetes Erschütterungsmonitoring und eine darauf abgestimmte gestaffelte Verdichtungssequenz riskiert man Schadensersatzforderungen, die jede ursprüngliche Einsparung bei der Baugrunduntersuchung um ein Vielfaches übersteigen.
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Unsere Leistungen
Unsere Leistungen zur Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Koblenz decken den gesamten Prozess von der ersten Erkundung bis zur Abnahme ab:
Geotechnische Vorerkundung
Durchführung von Rammkernsondierungen und schweren Rammsondierungen nach DIN 4094 zur Ermittlung der Verdichtbarkeit und der Tiefenlage der zu verbessernden Schichten in den Koblenzer Terrassenkiesen.
Verdichtungsbemessung und Rasterplanung
Festlegung von Rütteltiefe, Maschenweite, Rütteldauer und Zugabematerial auf Basis der Kornverteilung und der CPT-Spitzenwiderstände. Erstellung eines lage- und höhenbezogenen Verdichtungsplans.
Qualitätssicherung und Abnahmeprüfung
Verdichtungskontrolle mittels Rammsondierung vor und nach der Behandlung, Durchführung von Lastplattendruckversuchen auf der verbesserten Schicht und Dokumentation gemäß den Anforderungen der Bauaufsicht.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Bemessung und Nachweisführung einer Rütteldruckverdichtung in Koblenz?
Dieser Betrag umfasst die Auswertung der Vorerkundung, die Rasterbemessung, die Erstellung des Verdichtungsplans sowie die abschließende Abnahmeprüfung nach DIN 4094-2.
Ab welcher Tiefe ist eine Rütteldruckverdichtung in den Koblenzer Schottern sinnvoll einsetzbar?
In den quartären Terrassenkiesen von Koblenz setzen wir die Rütteldruckverdichtung ab Tiefen von rund 2 Metern unter GOK wirtschaftlich sinnvoll ein. Die Unterkante der Verdichtung liegt typischerweise zwischen 6 und 15 Metern, abhängig davon, ob darunter bereits der dicht gelagerte devonische Fels oder eine tragfähige Kiesschicht ansteht.
Welche Nachweise sind für die Abnahme der Rütteldruckverdichtung erforderlich?
Für den Verdichtungsnachweis führen wir gemäß DIN 4094-2 ein engmaschiges Raster von Rammsondierungen oder Drucksondierungen aus. Zusätzlich können Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 auf der verdichteten Oberfläche gefordert sein. Die Soll-Lagerungsdichte Dpr von mindestens 75 % muss im gesamten Baufeld nachgewiesen werden, wobei die Prüfpunkte lagegleich zu den vor der Verdichtung durchgeführten Sondierungen positioniert werden.
Kann die Rütteldruckverdichtung in Wassernähe ohne Gefahr für Nachbarbauwerke durchgeführt werden?
Ja, sofern ein erschütterungstechnischer Nachweis geführt wird. In Koblenz, wo viele Projekte im Grundwasserschwankungsbereich des Rheins liegen, installieren wir vor Beginn der Rüttelarbeiten Piezometer und Erschütterungsaufnehmer an den nächstgelegenen Bauwerken. Die Rüttelsequenz wird dann so gesteuert, dass die Schwinggeschwindigkeiten nach DIN 4150-3 sicher eingehalten werden.