Koblenz
Koblenz, Germany

CPT-Versuch in Koblenz – Drucksondierung für sichere Gründung

Der häufigste Fehler bei Bauvorhaben in Koblenz beginnt mit der Annahme, dass der Untergrund in Ufernähe und auf den Höhenzügen ähnlich reagiert. Das Rhein- und Moseltal ist geprägt von jungen fluvialen Sedimenten, während an den Hängen Schieferverwitterung ansteht. Ein reiner SPT-Versuch liefert hier oft nur ein lückenhaftes Bild, weil die Wechsellagerung von weichen Auenlehmen und dicht gelagerten Terrassenkiesen fein aufgelöst werden muss. Der CPT-Versuch (Drucksondierung) tastet den Boden kontinuierlich ab und deckt dünne Zwischenschichten auf, die für Setzungen entscheidend sind. Gerade auf dem Ehrenbreitstein-Plateau oder im Industriegebiet Rheinhafen ist dieser Tiefgang unverzichtbar. Ergänzend empfehlen wir die Korngrößenanalyse zur Bestimmung der Filterstabilität im Kies, wenn Versickerungsanlagen geplant sind.

Ein Meter Rheinschotter kann doppelt so steif sein wie der darunter anstehende Auelehm – der CPT zeigt den Sprung auf den Zentimeter genau.

Technische Details zur Leistung in Koblenz

Die DIN EN ISO 22476-1:2013 regelt die Durchführung der elektrischen Drucksondierung. Für Koblenz ist der CPT nach DIN 4020 Beiblatt 2 relevant, da die Baugrundklassifikation in den heterogenen Flussablagerungen ohne kontinuierliches Spitzenwiderstandsprofil oft unvollständig bleibt. Wir setzen einen 20-Tonnen-Raupenträger mit 15-cm²-Konus ein, der Porenwasserdruck über Filterstein misst (CPTu). Die Sonde registriert Spitzenwiderstand qc, Mantelreibung fs und Porendruck u₂ alle 20 Millimeter. Das ergibt ein hochaufgelöstes Bodenprofil – wichtiger als jedes Rasterbohrverfahren. In der Koblenzer Innenstadt, wo enge Baufelder und denkmalgeschützte Nachbarbebauung herrschen, ist der CPT wegen der geringen Erschütterung und des schnellen Sondierfortschritts oft die einzig wirtschaftliche Lösung. Bei tiefgründigen Verwitterungsprofilen am Karthäuserhof kombinieren wir den CPT mit dem SPT-Bohrung, um Probenmaterial für Laborversuche zu gewinnen.

CPT-Versuch in Koblenz – Drucksondierung für sichere Gründung
CPT-Versuch in Koblenz – Drucksondierung für sichere Gründung
ParameterTypischer Wert
SondierverfahrenCPTu (piezocone) nach DIN EN ISO 22476-1
Sondiergerät20-Tonnen-Raupenträger, CPT Inside oder Geomil-Sonde
Messintervall20 mm (1 Scan pro 2 cm)
Messgrößenqc (Spitzenwiderstand), fs (Mantelreibung), u₂ (Porenwasserdruck)
Max. Sondiertiefe25 m u. GOK (je nach Lagerungsdichte)
AuswertungBodenklassifikation nach Robertson (1990, 2010), undränierte Scherfestigkeit cu

Kritische Bodenfaktoren in Koblenz

Ein achtgeschossiger Wohnblock in Koblenz-Neuendorf wurde auf Auffüllungen über Auelehm geplant. Die ersten drei Drucksondierungen zeigten Spitzenwiderstände unter 2 MPa in Tiefen zwischen 4 und 7 Metern – typisch für weichen, konsolidierenden Ton. Erst die vierte Sondierung traf auf einen alten Rheinarm mit Torflinsen von 1,5 Meter Mächtigkeit. Ohne CPT hätte die Rasterbohrung diese Linse verfehlt. Die Folge wären differenzielle Setzungen von über 8 Zentimetern in der Gebäudeachse gewesen. Das Risiko beschränkt sich nicht auf Setzungen: In den steilen Hanglagen von Asterstein kann ein oberflächlicher Verwitterungshorizont eine stabile Schieferoberfläche vortäuschen. Der CPT detektiert den Übergang zum Festgestein über den abrupten qc-Anstieg und schützt vor Fehleinschätzungen der Kippstabilität. Ein Abbruch bei 25 MPa Spitzenwiderstand ist hier eindeutiger als jedes Schlagzahlen-Intervall.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22476-1:2013-03 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 1: Drucksondierungen mit elektrischem Messwertaufnehmer und Messeinrichtung für den Porenwasserdruck, DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-2, DIN 4020 Beiblatt 2 – Geotechnische Untersuchungen – Baugrundaufschlüsse und Probenentnahme, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010-10) – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds

Unsere Leistungen

Unser CPT-Angebot in Koblenz umfasst alle Varianten der Drucksondierung – von der schnellen Vorerkundung bis zur Porenwasserdruckmessung für Konsolidierungsberechnungen.

CPT-Standardsondierung

Elektrische Drucksondierung bis 25 m Tiefe. Aufzeichnung von qc und fs. Ausgabe als Schichtprofil mit Bodenklassifikation nach Robertson. Ideal für Flachgründungen auf den Terrassenkiesen der Moselweisser Höhe.

CPTu mit Porenwasserdruckmessung

Piezocone-Sondierung mit u₂-Messung. Ableitung von cu, OCR und Konsolidierungsbeiwert. Notwendig in den Auelehmen der Rheinaue, wo Entwässerung das Setzungsverhalten dominiert.

Seismische CPT (SCPT)

Drucksondierung mit integriertem Geophon zur Messung von Scherwellengeschwindigkeit Vs. Ergänzt die Baugrundklasse nach EC8 in Koblenz, das zur Erdbebenzone 2 mit Untergrundklasse B–C gehört.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein CPT-Versuch in Koblenz pro Meter?

Ein CPTu mit Porenwasserdruckmessung ist aufwändiger als eine reine qc-Sondierung. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot auf Basis der geplanten Endteufe und der Zugänglichkeit des Baufelds.

Bis zu welcher Tiefe können Sie in den Rheinkiesen sondieren?

Mit unserem 20-Tonnen-Raupenträger erreichen wir in den dicht gelagerten Terrassenkiesen von Koblenz in der Regel 18 bis 22 Meter. Bei sehr kompakten Lagen mit Spitzenwiderständen über 40 MPa wird die Sondierung abgebrochen, um die Sonde nicht zu beschädigen. Für größere Tiefen kombinieren wir den CPT mit einer Vorbohrung durch die Kieskappe.

Welche Bodenparameter lassen sich aus einem CPT ableiten?

Aus der Drucksondierung leiten wir den Reibungswinkel φ’ für rollige Böden, die undränierte Scherfestigkeit cu für bindige Böden, die Steifemoduln Es, die Lagerungsdichte ID und die Überkonsolidierungsrate OCR ab. Die Robertson-Klassifikation liefert zudem ein kontinuierliches Bodenprofil. Für Setzungsberechnungen reichen die qc-Werte oft direkt als Eingangsgröße.

Ist eine Drucksondierung in der engen Koblenzer Altstadt möglich?

Ja. Unser Raupenträger ist kompakt genug für Gassen ab 2,50 Meter Breite. Wir arbeiten mit geringem Überstand und ohne Erschütterung – die Nachbarbebauung wird nicht belastet. Vor Sondierbeginn prüfen wir die Leitungspläne und stimmen die Sperrung mit der Stadt Koblenz ab. Die Sondierzeit pro Punkt beträgt selten mehr als 90 Minuten.

Benötige ich zusätzliche Bohrungen oder reichen CPT-Sondierungen aus?

Für einen vollständigen Baugrundbericht nach DIN 4020 sind in der Regel ergänzende Direktaufschlüsse nötig, um Proben für Laborversuche zu gewinnen. Der CPT liefert hervorragende kontinuierliche Profile, aber keine Bodenproben. Wir empfehlen mindestens eine Schürfgrube oder Kernbohrung je CPT-Standort, um die Robertson-Klassifikation zu kalibrieren.

Abdeckung in Koblenz