Das enge Tal des Mittelrheins und die Terrassenlandschaft von Koblenz stellen besondere Anforderungen an die Tiefgründung. Der Untergrund wechselt hier auf kürzester Distanz zwischen quartären Flussschottern, sandigen Auelehmen und dem anstehenden devonischen Schiefer des Rheinischen Schiefergebirges. Bei Hochwasser, das in der Altstadt von Koblenz regelmäßig Pegelstände von über 6,50 Meter erreicht, verändern sich die effektiven Spannungen im Baugrund massiv. Für Bauherren bedeutet das: Eine konventionelle Flachgründung ist an vielen Standorten in Koblenz schlichtweg unwirtschaftlich oder technisch unzureichend. Die Pfahlgründungsbemessung liefert hier den belastbaren Nachweis, dass das gewählte Pfahlsystem die Bauwerkslasten sicher in die tieferen, tragfähigen Horizonte abträgt. Ergänzende Aufschlüsse, etwa durch eine Sondierung mit schwerer Rammsonde im Bereich der Niederterrasse, schaffen die notwendige Datengrundlage für ein wirtschaftliches Pfahlkonzept.
Die Pfahlbemessung am Mittelrhein ist keine Tabellenaufgabe – sie erfordert die Interpretation von Kluftabständen und Hochwasserganglinien im Zusammenspiel.
Technische Details zur Leistung in Koblenz

Demonstration video
Kritische Bodenfaktoren in Koblenz
Das historische Koblenz mit seiner römischen Gründungsgeschichte und der preußischen Festungsarchitektur hat sich in einem tektonisch vorgeprägten Raum entwickelt. Die Altstadt liegt auf einem Schwemmfächer der Mosel, wo bis in die 1960er Jahre oft nur auf Holzpfählen gegründet wurde. Heutige Baumaßnahmen in diesem Umfeld – etwa die Umnutzung alter Kasernen oder die Erweiterung der Universität Koblenz – treffen auf heterogene Auffüllungen von teils über 4 Meter Mächtigkeit. Das größte geotechnische Risiko liegt in der unkontrollierten Setzung durch negative Mantelreibung, wenn organische Lagen oder weiche Auelehme unterhalb der Pfahlkopfplatte konsolidieren. Eine unzureichende Pfahlgründungsbemessung führt hier zu Rissen im aufgehenden Mauerwerk, die erst Jahre nach Bauabnahme sichtbar werden. Der Nachweis der inneren Tragfähigkeit im Grenzzustand GZ 1B ist daher bei jedem Bauvorhaben in Koblenz zwingend zu führen.
Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?
Antwort innerhalb von 24h.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum für die Pfahlgründungsbemessung in Koblenz deckt alle Planungsphasen ab – von der geotechnischen Vorerkundung bis zur Ausführungsstatik.
Geotechnische Beratung für Spezialtiefbau
Wir entwickeln Pfahlkonzepte für den innerstädtischen Raum in Koblenz unter Berücksichtigung von Nachbarbebauung, erschütterungsarmer Herstellung und den spezifischen rheinischen Baugrundrisiken.
Statische Pfahlbemessung und Probebelastung
Erstellung prüffähiger Standsicherheitsnachweise für axiale und laterale Pfahllasten. Inklusive Auswertung von dynamischen und statischen Pfahlprobebelastungen auf dem Testfeld in Koblenz.
Häufig gestellte Fragen
Welche Pfahlsysteme sind im Koblenzer Schiefergebirge wirtschaftlich?
Im verwitterten Hunsrückschiefer von Koblenz haben sich verpresste Mikropfähle und teilverdrängte Bohrpfähle mit kleinem Durchmesser als wirtschaftlich erwiesen. Die Aktivierung der Mantelreibung im Fels erfolgt bereits bei kleinen Relativverschiebungen, sodass die Pfahlfußeinspannung in den gesunden Schiefer meist nicht erforderlich ist.
Muss bei Pfahlarbeiten nahe dem Rhein mit Auftrieb gerechnet werden?
Ja, unbedingt. Die Bemessungssituation für Pfähle im Einflussbereich des Rheins in Koblenz muss den maximalen Grundwasserstand HQ100 berücksichtigen. Die Auftriebskräfte und die reduzierte effektive Spannung im Boden sind nach DIN 1054 anzusetzen.
Was kostet eine Pfahlgründungsbemessung für ein Einfamilienhaus?
Wie tief muss ein Pfahl in den Schiefer einbinden, um als Felsanker zu gelten?
Nach den Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle (EAPfähle) ist in Koblenz eine Einbindung von mindestens 3 Metern in den mäßig verwitterten Schiefer nachzuweisen, sofern die Kernsondierung keinen erhöhten Kluftabstand zeigt. Die genaue Tiefe wird über die charakteristische Mantelreibung im Bohrlochaufweitungsversuch festgelegt.