Ein häufig unterschätzter Fehler bei Erschließungsprojekten im Koblenzer Raum ist die Übernahme standardisierter Oberbau-Dimensionierungen ohne Anpassung an die lokalen geologischen Wechsellagen. Wenn eine Baufirma die Belastungsklasse falsch einstuft oder die Tragfähigkeit des anstehenden Terrassenschotters überschätzt, resultieren innerhalb weniger Frost-Tau-Wechsel tiefe Spurrinnen und Netzrisse. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen muss hier spezifisch auf das rheinische Klima mit durchschnittlich 674 mm Jahresniederschlag und die intensive Sonneneinstrahlung in der Kessellage abgestimmt werden. Unser Ansatz verbindet die granulometrische Bewertung der Rheinkiese mit der rechnerischen Dimensionierung der Asphaltpakete. Vor der Festlegung des Schichtenaufbaus klären wir die Steifigkeit des Untergrunds oft über eine Korngrößenanalyse ab, um den Verformungsmodul auf dem Planum präzise zu prognostizieren. Ergänzend ziehen wir bei schwierigen Untergrundverhältnissen, etwa in den Auelehmbereichen nahe der Mosel, den CBR-Versuch heran, um die Tragfähigkeit des Erdplanums kalibriert in die Dimensionierung einfließen zu lassen.
Die rheinischen Terrassenkiese liefern ideale Frostschutzschichten, doch erst die abgestimmte Asphaltdimensionierung verhindert Spurrinnen bei den hohen Sommerhitzeperioden im Talkessel von Koblenz.
Technische Details zur Leistung in Koblenz

Kritische Bodenfaktoren in Koblenz
Die ZTV E-StB 17 und die RStO 12 geben klare Richtlinien vor, doch der spezifische Risikofaktor in Koblenz ist die ausgeprägte Kessellage mit Inversionswetterlagen. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen muss hier thermisch induzierte Spannungen in der Asphaltschicht besonders kritisch betrachten: schnelle Abkühlung nach Hitzetagen führt zu Kryospannungen und Mikrorissbildung an der Oberfläche. Ein zweiter kritischer Punkt ist der hohe Grundwasserstand in den moselnahen Quartieren wie Lützel oder Neuendorf; dringt kapillar aufsteigendes Wasser in den ungebundenen Oberbau ein, reduziert sich der Verformungsmodul des Tragschichtmaterials drastisch. Wir begegnen dem durch eine konservative Dimensionierung der Dränageschicht und eine rechnerische Ermüdungsanalyse, die den Schichtverbund über die Nutzungsdauer von 30 Jahren sicherstellt. Ohne diese standortspezifische Anpassung drohen frühzeitige Verformungen, die weit über die zulässige Spurrinnentiefe von 10 mm unter der 4-m-Richtlatte hinausgehen.
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Unsere Leistungen
Der Planungsprozess für eine dauerhafte Verkehrsfläche in Koblenz erstreckt sich über mehrere technische Phasen, die wir ingenieurtechnisch begleiten. Von der Erkundung des Rheinschotter-Untergrunds bis zur Freigabe der Asphaltrezeptur decken wir die kritischen Schnittstellen ab.
Geotechnische Voruntersuchung
Aufschluss des Baugrunds mittels Rammsondierung und Schurf zur Klassifizierung der Terrassensedimente. Bestimmung des Verdichtungsgrads und der Tragfähigkeit des Erdplanums.
Dimensionierung des Asphaltpakets
Rechnerische Auslegung nach RStO 12 mit Ermüdungsnachweis. Optimierung der Schichtdicken von Asphaltdecke, -binderschicht und -tragschicht für die prognostizierte Verkehrslast.
Asphalttechnologische Prüfungen
Marshall-Verdichtungsversuche, Bestimmung des Hohlraumgehalts und der dynamischen Steifigkeit. Spurbildungsversuch zur Sicherstellung der Verformungsresistenz bei Hitze.
Qualitätssicherung im Einbau
Kontinuierliche Kontrolle der Einbautemperatur, des Verdichtungsgrads und der Ebenheit. Entnahme von Bohrkernen zur Nachweisführung des Schichtverbunds.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kosten entstehen für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn in Koblenz?
Das Honorar für die strukturierte Bemessung flexibler Fahrbahnen liegt je nach Umfang der erforderlichen Laborversuche und der Länge des Streckenabschnitts zwischen €1.460 und €4.120. Enthalten sind die geotechnische Beurteilung, die rechnerische Dimensionierung und die asphalttechnologische Eignungsprüfung.
Wie wird die Belastungsklasse nach RStO für das Projekt ermittelt?
Die Einstufung erfolgt über die äquivalenten 10-t-Achsübergänge, die aus Verkehrszählungen und Prognosen für den Nutzungszeitraum hochgerechnet werden. In Koblenz berücksichtigen wir zusätzlich die spezifischen Schwerverkehrsanteile auf den Zubringern zum Industriegebiet Rheinhafen.
Welche Rolle spielen die örtlichen Rheinschotter für den Oberbau?
Die Rheinschotter weisen eine hohe Druckfestigkeit und günstige Kornabstufung auf, was sie ideal für Frostschutzschichten macht. Wir prüfen jedoch den Feinkornanteil und die Kornform, da plattige Komponenten die Verdichtbarkeit beeinträchtigen können.
Wie wird die Ermüdung der Asphaltschichten rechnerisch nachgewiesen?
Der Nachweis erfolgt nach FGSV 499 durch die Gegenüberstellung der maximalen horizontalen Dehnung an der Unterseite des gebundenen Pakets mit dem zulässigen Dehnungswert. Die Steifigkeitsmoduln werden temperaturabhängig aus der Asphaltrezeptur abgeleitet, abgestimmt auf das Koblenzer Klima.